Zwischen Theorie und Unterrichtspraxis

Digitale Simulationen in der Lehrkräftebildung

17.12.2026

13:30 – 18:00

TUM, Department Educational Sciences, Marsstr. 20, Hörsaal 605

Symposium

Um der häufig beschriebenen Kluft zwischen Theorie und Praxis in der Lehrkräftebildung zu begegnen, gewinnt die Orientierung an sogenannten Core Practices an Bedeutung: Hochschulisches Wissen soll stärker an zentralen beruflichen Tätigkeiten von Lehrkräften ausgerichtet werden, damit es in konkreten Unterrichtssituationen handlungswirksam werden kann. Digitale Simulationen bieten hierfür einen vielversprechenden Zugang: Ähnlich wie ein Flugsimulator komplexe Entscheidungssituationen trainierbar macht, können sie angehenden Lehrkräften ermöglichen, zentrale Unterrichtssituationen zunächst geschützt zu erproben, bevor sie diese im Praktikum oder im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern bewältigen. Auch in weiteren Phasen der Lehrkräftebildung können Simulationen Anwendung finden und dazu beitragen, Kohärenz zwischen Ausbildung, Vorbereitungsdienst und Fortbildung herzustellen. Während simulationsbasiertes Lernen in der medizinischen Ausbildung bereits weit verbreitet ist, steht seine Nutzung in der Lehrkräftebildung noch am Anfang.

Trotz des Potenzials digitaler Simulationen sind zahlreiche Fragen nach den Bedingungen, unter denen sie besonders lernförderlich wirken, bislang nicht ausreichend geklärt. Im DFG-geförderten Sonderforschungsbereich-Transregio SHARP werden diese Bedingungen in einem interdisziplinären Ansatz systematisch untersucht. Forschende aus Psychologie, Erziehungswissenschaft und den Fachdidaktiken der Medizin, Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik arbeiten dabei eng zusammen.

Dieses Symposium lädt Wissenschaft, Hochschullehrende, Bildungspolitik und die interessierte Öffentlichkeit zum Austausch darüber ein, wie digitale Simulationen die Lehrkräftebildung bereichern können. Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand werden Potenziale, Grenzen und Voraussetzungen ihres lernförderlichen Einsatzes diskutiert. Im Anschluss an die fachlichen Impulse bietet die Postersession Gelegenheit, aktuelle Forschungsprojekte sowie Beispiele gelingender Lehrformate kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

(Die Veranstaltung kann als Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt werden.)

Agenda

  • Begrüßung : Andreas Obersteiner, TUM

  • Grußwort des Vizepräsidenten für Studium und Lehre: Pascal O. Berberat, TUM

  • Keynote 1: Tina Seidel, TUM
    Simulationen in der Lehrkräftebildung als Annäherung an die Praxis

  • Keynote 2: Martin Fischer, LMU
    Simulationen im Medizinstudium

  • Podiumsdiskussion
    Simulation oder Praktikum? Potenziale und Herausforderungen
    Prof. Dr. Tina Seidel, Prof. Dr. Felicitas Thiel, Prof. Dr. Martin Fischer, Dr. Christine Modesto und Bernhard Stegmann

  • Postersession mit Snacks
    Forschungsprojekte und gelungene Praxisbeispiele

Informationen zur Anmeldung und zur Anfahrt

Referent*innen

Dr. med. Pascal O. Berberat
Pascal O. Berberat ist seit Oktober 2026 geschäftsführender Vizepräsident für Studium und Lehre der Technischen Universität München. Der ausgebildete Chirurg und Bildungsforscher leitet den Lehrstuhl für Medizindidaktik sowie das TUM Medical Education Center und ist Mitglied im SHARP Verbund.
Prof. Dr. Martin Fischer
Martin Fischer ist Professor und Direktor des Instituts für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin am LMU Klinikum München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die klinische Entscheidungsfindung sowie digitales Lehren und Lernen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der medizinischen Ausbildung mit simulationsbasierten Lernformaten.
Dr. Christine Modesto
Dr. Christine Modesto leitet im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Abteilung für Realschulen, Lehrkräfteaus- und Fortbildung sowie Qualitätssicherung. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit den Hochschulen sowie die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung schulischer Bildung. In die Podiumsdiskussion bringt sie die Perspektive der Bildungsadministration auf die Frage ein, wie Lehrkräftebildung phasenübergreifend weiterentwickelt werden kann. 
Prof. Dr. Andreas Obersteiner
Andreas Obersteiner ist Professor für Didaktik der Mathematik an der Technischen Universität München. Im Rahmen von SHARP beschäftigt er sich mit Simulationen zu Diagnosekompetenzen angehender Mathematiklehrkräfte. Als Mitglied im Leitungsboard des TUM Center for Teacher Education ist ihm die Verknüpfung von Wissenschaft und Lehrkräftebildung ein Anliegen. Er wird die Gäste des Symposiums begrüßen und durch die Veranstaltung führen. 
Prof. Dr. Tina Seidel
Tina Seidel ist Professorin für Pädagogische Psychologie an der Technischen Universität München und Co-Sprecherin des Sonderforschungsbereichs/Transregios SHARP. Ihre Forschung beschäftigt sich mit digitalen Simulationen in der Hochschul- und Lehrkräftebildung, der professionellen Wahrnehmung von Unterricht sowie der Analyse von Lehr-Lern-Interaktionen.
Bernhard Stegmann
Bernhard Stegmann ist Direktor der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen, der zentralen staatlichen Fortbildungseinrichtung für Lehrkräfte und schulische Führungskräfte in Bayern. Zuvor leitete er zwei Augsburger Gymnasien und war bereits als Dozent in der regionalen und zentralen Lehrkräftefortbildung tätig. In die Podiumsdiskussion bringt er insbesondere die Perspektive der dritten Phase der Lehrkräftebildung ein.
Prof. Dr. Felicitas Thiel
Felicitas Thiel ist Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung an der Freien Universität Berlin sowie Co-Vorsitzende der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in der Professionalisierung von Lehrkräften und im Klassenmanagement. Als Leiterin des FOCUS-Videoportals beschäftigt sie sich mit videobasierten Lerngelegenheiten zur Förderung professioneller Wahrnehmungs- und Entscheidungskompetenzen.