Kurzbeschreibung
Projekt B02 untersucht, wie personalisierte Unterstützung den Lernerfolg einer simulationsbasierten Lernumgebung für Studierende der Humanmedizin fördern kann. Im Mittelpunkt stehen kollaborative Interventionsfähigkeiten, wie sie etwa für die interprofessionelle Zusammenarbeit während der Visitenrunde erforderlich sind. Diese Kompetenzen werden durch eine Simulation vermittelt, in der die Teilnehmenden eine Visitenvorbesprechung und Interventionsplanung durchführen müssen. Zur Auswahl eines geeigneten Interventionsplans interagieren Lernende hierbei mit einer LLM-basierten Agenten-Pflegekraft. Durch personalisiertes Scaffolding wird die Lernumgebung an das Leistungsniveau des Lernenden angepasst. In einem anschließenden Human-to-Human-Rollenspiel wird untersucht, ob und unter welchen Bedingungen sich die erworbenen Fähigkeiten in ein praxisnäheres Szenario transferieren lassen. Das Projekt umfasst zunächst die Entwicklung und Validierung eines Modells kollaborativer klinischer Entscheidungsfindung, die Konstruktion geeigneter Patientenfälle sowie der Lernumgebung rund um eine authentische Interaktion mit einer LLM-basierten Pflegekraft (Studie 1). Darauf aufbauend werden in drei Studien die Effekte verschiedener Personalisierungsstrategien auf den Lernerfolg (Studie 2 und 3) sowie auf die Feedback-Fähigkeiten (Studie 4) der Lernenden untersucht. Zentral ist dabei die Frage, welche Unterschiede zwischen lernerkontrollierter und systemkontrollierter Adaptivität hinsichtlich Lernprozess-Scaffolding und repräsentationalem Scaffolding auftreten, und wie diese mit den Selbstregulationsfähigkeiten der Lernenden zusammenhängen.