Teilprojekt B01

Teilprojekt B01

Lernen Peer-Feedback zu geben: Effekte von Scaffolding in Simulationen auf Diagnose-, Interventions- und Peer-Feedback-Fähigkeiten

Kurzbeschreibung

Projekt B01 untersucht Bedingungen für effektives Peer-Feedback im Kontext simulationsbasierten Lernens in der medizinischen Ausbildung. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen Bedingungen das Geben von Peer-Feedback Diagnose- und Interventionsfähigkeiten in simulationsbasierten Lernumgebungen fördert. In vier Studien werden die Effekte repräsentationalen Scaffoldings auf kognitive, meta-kognitive und soziale Lernprozesse sowie auf Diagnose-, Interventions- und professionelle Peer-Feedback-Fähigkeiten untersucht. Das repräsentationale Scaffolding nutzt Machine-Learning-Algorithmen, um Lernende adaptiv simulierten Peer-Leistungen zuzuordnen, bei denen wichtige Informationen unterschiedlich stark hervorgehoben sind und die zu ihren Lernvoraussetzungen und bisherigen Leistungen passen. Das Projekt trägt damit zur Theoriebildung über das Geben von Peer- Feedback sowie über adaptives repräsentationales Scaffolding in simulationsbasierten Lernumgebungen bei.

Beteiligte

Wissenschaftliche Leitung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen

Kooperationspartner:innen

Ziel

Das erste Ziel des Projekts besteht darin, Bedingungen zu ermitteln, unter denen das Geben von Peer-Feedback Diagnose- und Interventionsfähigkeiten im simulationsbasierten Lernen fördert. Das zweite Ziel ist es, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen die Fähigkeit, Peer-Feedback zu geben, durch simulationsbasiertes Lernen verbessert werden kann. Der Schwerpunkt bei der Förderung dieser Fähigkeiten liegt auf dem repräsentationalen Scaffolding, das darauf abzielt, eine lernförderliche Zuordnung von Peers anhand ihrer Lernvoraussetzungen und Leistungen zu erreichen.

Forschungsfragen

  • Unter welchen Bedingungen fördert das Geben von Peer-Feedback Diagnose- und Interventionsfähigkeiten in simulationsbasierten Lernumgebungen?

  • Wie lassen sich professionelle Peer-Feedback-Fähigkeiten in der medizinischen Ausbildung valide erfassen?

  • Welche kognitiven, meta-kognitiven und soziale Lernprozesse treten beim Geben von Peer-Feedback auf und wie können diese erfasst werden?

  • Inwiefern können Lernvoraussetzungen und Lernprozesse als Grundlage für adaptives repräsentationales Scaffolding genutzt werden?

  • Wie wirkt adaptives repräsentationales Scaffolding auf Lernprozesse, Diagnose- und Interventionsfähigkeiten sowie Peer-Feedback-Fähigkeiten?

Methodik

B01 nutzt simulationsbasierte Lernumgebungen in der medizinischen Ausbildung, in denen Medizinstudierende schriftliches Peer-Feedback zum diagnostischen und interventionsbezogenen Vorgehen geben. Methodisch verbindet das Projekt B01 quasi-experimentelle und experimentelle Studien mit Prä-, Prozess- und Postmessungen, um diagnostische und interventionsbezogene Fähigkeiten sowie Peer-Feedback-Fähigkeiten zu untersuchen. Die Analysen kombinieren quantitative und qualitative Ansätze, darunter Varianzanalysen, Korrelationsanalysen, Inhaltsanalysen sowie Machine-Learning-Algorithmen.

  • Studie 1: Quasi-experimentelle Studie zur Validierung eines Modells zu Diagnose- und Peer-Feedback-Fähigkeiten sowie zur Untersuchung des Einflusses von Expertise auf kognitive, meta-kognitive und soziale Lernprozesse, Peer-Feedback- und Diagnosefähigkeiten sowie individuelle Lernvoraussetzungen.

  • Studie 2: Experimentelle Studie zu den Effekten von repräsentationalem Scaffolding auf Diagnose- und Peer-Feedback-Fähigkeiten. Untersucht wird, inwiefern sich Lernende mit repräsentationalem Scaffolding, also der adaptiven Zuordnung von Lernenden zu simulierten Peer-Leistungen, die sich in der Salienz diagnostisch relevanter Informationen in Abhängigkeit von individuellen Voraussetzungen und vorangegangenen Leistungen auszeichnen, von einer Kontrollgruppe ohne adaptive Zuordnung in kognitiven, metakognitiven und sozialen Lernprozessen und Diagnosefähigkeiten und Peer-Feedback-Fähigkeiten unterscheiden.

  • Studie 3: Quasi-experimentelle Studie zur Validierung eines Modells kollaborativer Peer-Feedback-Fähigkeiten sowie zur Untersuchung des Einflusses von Expertise auf kognitive, meta-kognitive und soziale Lernprozesse, Interventionsfähigkeiten sowie individuelle Lernvoraussetzungen.

  • Studie 4: Experimentelle Studie zu den Effekten von repräsentationalem Scaffolding auf Interventions- und Peer-Feedback-Fähigkeiten. Untersucht wird, inwiefern sich Lernende mit repräsentationalem Scaffolding, also einer adaptiven Zuordnung zu simulierten Peer-Leistungen mit unterschiedlich hervorgehobenen diagnostisch relevanten Informationen, von einer Kontrollgruppe ohne adaptive Zuordnung in kognitiven, metakognitiven und sozialen Lernprozessen sowie in Interventions- und Peer-Feedback-Fähigkeiten unterscheiden.

Rolle im Sonderforschungsbereich

  • Gemeinsame Datenerhebung, Datenbereitstellung und Aggregation von Prozessdaten (Projekt M)

  • Forschungsdatenmanagement und Personalisierung der Simulation (Projekt INF)

  • Konzept und Testinstrument für Peer-Feedback-Fähigkeiten (B01 und B02)

  • Feedback-Design und -Personalisierung (B01, B02 und B03)

  • Nutzung meta-analytischer Erkenntnisse zu Lernvoraussetzungen auf Gruppenebene (B01 und B05)

  • Analyse von Feedbackprozessen mit NLP-Methoden (B01 und B04)

  • Identifizierung von Verhaltensindikatoren für soziale Lernprozesse (B01, B02, B03 und B05)

  • Gemeinsame Aufgaben und Messungen zu Interventions- und Feedback-Fähigkeiten (B01, B02 und A01)

  • Abstimmung der Falltypizität (B01 und A01)

  • Gemeinsame Nutzung der CASUS-Lernplattform (B01, A01, B02 und B03)

  • Informationskomplexität und Salienz für repräsentationales Scaffolding (B01, A02–A05, B02 und C01–C05)

  • Bereitstellung der Simulationen für die Hochschulbildung (B01, A01, A03 und B06)

Publikationen

2024

2023

2021

2020

2018

2010