Teilprojekt A01

Teilprojekt A01

Förderung diagnostischer und interventioneller Fähigkeiten in Simulationen durch repräsentatives Scaffolding: Einfluss von Falltypizität und Fallkomplexität

Kurzbeschreibung

Projekt A01 untersucht personalisierte Simulationen medizinischer Patientenfälle. Die Fälle werden so gestaltet, dass sie unterschiedlich typische und unterschiedlich komplexe Krankheitsbilder abbilden und damit eine Form des Representational Scaffolding bieten. Diese Anpassung der Simulationen basiert auf den individuellen Voraussetzungen der Lernenden sowie ihren Diagnose- und Behandlungsaktivitäten innerhalb der Simulation. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Voraussetzungen oder Prozessmerkmale besonders geeignet sind, um durch gezielte Anpassung der simulations-basierten Lernumgebung die Diagnose- und Interventionskompetenzen zu fördern — sowohl beim Lernen mit typischen als auch mit atypischen Fällen und Fällen mit unterschiedlicher Komplexität.

Beteiligte

Wissenschaftliche Leitung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen

Kooperationspartner:innen

Ziel

Ziel von A01 ist es, die Wirkmechanismen von Representational Scaffolding in Simulationen mit personalisierten medizinischen Patientenfällen besser zu verstehen, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Grade an Typizität und Komplexität der Fälle. Untersucht wird, wie verschiedene Formen der Falldarstellung diagnostische und interventionelle Lernprozesse beeinflussen und an individuelle Voraussetzungen sowie Lernaktivitäten angepasst werden können, um Diagnose- und Interventionskompetenzen gezielt zu fördern.

Forschungsfragen

  • Wie einig sind sich klinische Experten und Expertinnen bei der Einschätzung von Typizität und Komplexität medizinischer Fälle — und wie gut kann KI diese Einschätzungen unterstützen?

  • Welche Auswirkungen haben typische im Vergleich zu atypischen Patientenfällen auf diagnostische und interventionelle Kompetenzen?

  • Verbessert eine personalisierte Anpassung der Falltypizität den Lernerfolg stärker als eine zufällige Abfolge von Fällen?

  • Ist eine Anpassung nach jedem einzelnen Fall wirksamer als eine Anpassung nach mehreren Fällen?

  • Welche Rolle spielt das Vorwissen der Lernenden für den Erfolg personalisierter Simulationen?

  • Wie beeinflusst die Komplexität von Patientenfällen den Erwerb diagnostischer und interventioneller Kompetenzen?

  • Inwiefern erklären kognitiven Lernprozesse die Wirkung personalisierter Falltypizität und Fallkomplexität auf den Lernerfolg?

Methodik

Methodisch kombiniert das Projekt A01 Validierungs-, Experimental- und Mediationsstudien unter Verwendung simulationsbasierter Lernumgebungen mit virtuellen Patientenfällen. Untersucht werden Diagnose- und Interventionsprozesse mithilfe von Prä-, Prozess- und Post-Messungen, darunter Wissenstests, Fragebögen, schriftliche Antworten und Logfile-Daten. Die Datenauswertung verbindet quantitative und prozessorientierte Ansätze, wie beispielsweise experten- und KI-gestützte Validierungsverfahren, Regressions- und Mediationsanalysen, Sequenzanalysen sowie Strukturgleichungsmodelle.

Rolle im Sonderforschungsbereich

  • Gemeinsame Datenerhebung, Datenbereitstellung und Aggregation von Prozessdaten mit Projekt M

  • Arbeit mit Projekt INF im Bereich Research Data Management (RDM) sowie bei der Personalisierung der Simulation

  • Kollaboration mit A03 und A06 zu komplexem Problemlösen und dessen Zusammenspiel mit Domänenwissen

  • Untersuchung des Zusammenspiels von Fallkomplexität, Problemlöseverhalten und Vorwissen gemeinsam mit A06

  • Klärung der Effekte von Aufgabenmerkmalen sowie Personalisierung von Aufgabenmerkmalen (representational scaffolding) auf Mesoebene gemeinsam mit A02

  • Implementierung von Simulationen auf der Lernplattform CASUS gemeinsam mit B01, B02 und B03

  • Konzeptualisierung, Definition und Operationalisierung von Interventionsaktivitäten und Interventionskompetenzen gemeinsam mit B01 und B02

  • Beitrag zu der in A01 entwickelten Konzeptualisierung von Falltypizität zur Auswahl und Anpassung von Praxisrepräsentationen in B01 und B02

  • Bereitstellung der in A01, A03 und B01 entstandenen Simulationen zur Nutzung in Projekt B06

  • Zukünftige Implementierung der Simulationen in das medizinische Curriculum über die Lernplattform CASUS in der zweiten Förderphase gemeinsam mit B01, B02, B03, C02 und C03.

Publikationen

2024

2023

2022

2021

2020

2019